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Die Weihnachtsüberraschung 2005
(eine Geschichte aus der Gegenwart)
Bei Fest- und Feiertagen ist es in der Regel so, dass man Besuch bekommt. Damit alle Seiten zufrieden sind, wird eine Exkursion ins Gewächshaus unternommen, und in diesem Fall werden die Bromelien vorgeführt.
Aber vorgeführt wurde der Autor. Nach kurzem Betrachten des Pflanzenbestandes haben die deutlich jüngeren Gäste mit scharfem Auge Schädlingsbefall auf allen Pflanzen festgestellt. Überall Tierchen.
Es muss nicht betont werden, dass der Ausschlag am Stimmungsbarometer schlagartig abfiel.
Dann kamen die Ratschläge: nach was ist das – ich bin ja auch nicht allwissend, obwohl ich es gern wäre, Ruhe, dann dieses: Da musst Du aber sofort was machen! Guck doch mal in die Literatur! Da war nichts. Da guck doch mal ins Internet. Da hab ich armer Mensch nichts gefunden. Da musst du sofort zum Pflanzenschutzamt. Na ja – Feiertag.
Was hat er gemacht: Tierchen eingesammelt und einen Spritzversuch gemacht. Der kann nicht veröffentlicht werden. Alle eingesetzten Wirkstoffe waren wirkungslos, übrigens einschl. Paraffinöl. Ertränkt habe ich die Viecher aber nicht.
Schadstellen waren nicht zu erkennen, aber eben eine Massenpopulation dieser Tiere.
Der Weg zum Amt erbrachte:
Die Tiere heißen Hornmilbe und eine Beschreibung dazu ist im Internet zu finden. Nach Auskunft der Fachliteratur werden funktionsfähige Pflanzenteile nicht geschädigt. Sie ernähren sich von Abgestorbenem.
Dazu zwei Bilder, die ich dankenswerter Weise mit Zustimmung der Uni Basel veröffentlichen kann: hier beide Bilder
Das Ergebnis: nach zwei Tagen war kein Tier mehr zu sehen.
Und die Moral von der Geschicht: Verdirb dir damit die Weihnacht nicht!
Wolfgang Salz 01/2006
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