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Bestandssicherung

Bestandssicherung (hier für Till.)

Dieses Thema kann man drehen und wenden wie man will, wenn der Tillandsienfreund seinen Bestand erhalten und mehren will, muss er dafür etwas tun, und nichts dem Selbstlauf überlassen.
Eine Erkenntnis sollte er dabei verinnerlichen: der Spross ist es!
Im Gegensatz zu vielen anderen Pflanzen entscheidet bei den Tillandsien für die Erhaltung der Art der Spross.

Erhaltung durch Samen: Aussaatverfahren sind in der einschlägigen Literatur beschrieben. Je älter der Tillandsienfreund wird, umso unattraktiver ist diese Möglichkeit. Die Zeit läuft davon – 15, 20, 30 und mehr Jahre für eine Generation.

Erhaltung durch Adventivsprosse: eine zu bevorzugende Art und Weise, nur nicht alle Arten entwickeln Adventivsprosse. In der Regel ist es aber die verkürzte Entwicklungszeit von Sämlingen. – also vormerken - !

Erhaltung durch Seitensprosse (Kindel ist nicht ganz richtig): ist immer zu bevorzugen, wenn sie gebildet werden.

Erhaltung ist auch Vermehrung, in diesem Fall aber nicht zu kommerziellen Zwecken.
In diesem Fall gelten betriebswirtschaftliche Zwänge.

Wer sich in  Richtung Bestandssicherung festlegen will, muss handeln.
Frage: wie?
Antwort: Erkenntnis w.v. umsetzen.

Alles was sich aufbinden lässt, aufbinden und etikettieren. Eine Reserve schaffen. Damit kann man seinen eigenen Bestand sichern, ggf. auch mal tauschen oder etwas abgeben. Nach dem Aufbinden sollte man den Pflanzenschutz – hier präventiv – nicht vergessen.

Unter dem Gesichtspunkt, dass die Entwicklungsdauer immer relativ lang ist, hält sich der notwendige Platzbedarf in Grenzen.

Es sollte eine Reihenfolge bei der Aufbindung auf Hölzern eingehalten werden. Immer mit angemessen kleinen Hölzern anfangen. Dann die Pflanze nicht von der Unterlage lösen, und diese samt Pflanze auf ein neues Holz aufbinden. Meistens nimmt die Pflanze die Unterlage durch „Umarmung“ gern entgegen.

Lebensfähige Pflanzen/Sprosse lassen sich nicht so leicht definieren.
Also versuchen wir es:

Sämlinge:
Diese sollte man nicht unter einer Zeit von 2 bis 3 Jahren von der Aussaatunterlage lösen und – wenn man es überhaupt schafft ( sie sind ja so klein) – dann gesondert aufbinden. Wer Uhrmachermotorik hat, schafft es. Aber die Pflanzen machen kaum mit. Es ist zwar ein probates Mittel Ordnung zu schaffen und zu halten, aber ohne festgeschriebenen Erfolg.

Adventivsprosse:
Man sollte so lange warten, bis eine Pflanze mit wenigstens 4-5 Blättern entstanden ist. Durch leichtes Bewegen kann man erkennen, ob sich der Spross leicht von der Mutterpflanze lösen wird. Auch hier ist der Erfolg nicht garantiert. Es gehört etwas Erfahrung dazu, keinen Schaden anzurichten. Sind schon ein oder mehrere Wurzeln vorhanden, sind diese vorsichtig in der vollen Länge zu lösen. Bei einer normal heranwachsenden Mutterpflanze, die Adventivsprosse bildet, werden immer mehrere wachsen.

Seitensprosse/Kindel:
Sie sollen eine Größe haben, die ein unverletztes Abtrennen von der Mutterpflanze erlaubt, also kein Schlachtfest. Die Wunden können mit Holzkohlepulver bestreut werden. Der Autor spritzt auf die Wunde auch systemisch wirkende Fungizide. Das sollte aber jeder für sich ausprobieren. Das gilt dann auch für die Konzentration.
Die Wunde verheilt nicht – im Sinne eines Wundverschlusses – sondern „verharscht“.
Dieser Prozess dauert ca. 14 Tage. Für diese Zeit muss diese Wundstelle trocken gehalten werden und sollte bei einem evtl. Befeuchten der Pflanze nicht nass werden. Trockenheit vermindert die Pilzinfektion.

Was nach 3 Wochen noch lebt, hat alle Chancen durchzukommen. Diese vegetativen Vermehrungsarten sollte man mit steigender Sonne, also im Verlauf des Frühjahrs vornehmen. Die abgetrennten Pflanzen können dann wie die anderen gehalten werden, also auch den Sommer im Freien verbringen.

Wolfgang Salz
12/2005                           

Im Vordergund: Vermehrung durch Adventivsprosse

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